Heb- und senkbarer Kranausleger für den Märklin Drehkran
Sachstand: Oktober 2003

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Schon sehr früh hatte ich den Wunsch, für meine H0-Eisenbahn den Märklin Drehkran haben zu wollen. Damals als Student, war der Kran "unbezahlbar". Auf einer Ausstellung war in einem Spielbereich genau dieser Kran zum Ausprobieren aufgestellt. Auf die Bemerkung, dass ich den Kran gerne hätte, entgegnete meine Frau, dass ich mir den Kran quasi von meinem Zigarettengeld kaufen könnte. Somit, wenn ich das Rauchen aufgeben würde, könnte ich den Kran bekommen.

Ich wollte den Kran wirklich und so gab ich sofort, das hieß tatsächlich noch am selben Tag, das Rauchen auf. Mit der Motivation, den begehrten Kran trotz schmalem Studenteneinkommen zu bekommen, hielt ich trotz Entzugserscheinungen durch. Nach vier Wochen ohne Zigarette war deutlich geworden, dass ich tatsächlich zum Nichtraucher geworden war und der Kran wurde gekauft. Obwohl die Motivation des Kran-haben-wollens nun weg gefallen war, habe ich seitdem nicht wieder mit dem Rauchen angefangen. Diese kleinen Geschichte verbindet mich noch heute mit dem alten Modell.

Leider konnte der Kran sich nur im Kreis drehen und den Haken heben oder senken. Somit war lediglich eine Kreisbahn rund um den Kran bedienbar, denn der Kranausleger konnte nur von Hand in feste Rasten verstellt werden. Darüber hinaus war es nur möglich mittels eines zuschaltbaren Magneten eisenhaltige Güter zu bewegen. Schnell kam der Wunsch auf, mit dem Kran mehr machen zu wollen.

Von der Firma Wyad habe ich bei einem Eisenbahnhändler eine funktionsfähige Baggerschaufel entdeckt, die anstelle des Magneten in den Haken eingehängt, das Baggern von lockerem Schüttgut ermöglicht. Meines Wissens ist diese Baggerschaufel leider nicht mehr im Handel erhältlich. Gelegentlich habe ich bei ebay oder auch schon mal auf Börsen Angebote derartiger funktionsfähiger Baggerschaufeln gesehen, die Preise hierfür waren ungewöhnlich hoch.

Leider hatte die Baggerschaufel recht "dicke" Kabel für den Schließmagneten, die ab und zu beim Baggern störten. Durch einen Tip am Tresen eines Elektrogeschäftes habe ich diese Kabel durch entsprechende HF-Litze ersetzt, die zum einen wesentlich dünner aussieht und zum anderen wesentlich flexibler ist, sodass sich die Baggerschaufel viel "lockerer" und sicherer bewegen läßt.

Gerade zum Baggern ist es wünschenswert, wenn man mit dem Kran nicht nur eine feste Kreisbahn rund um den Sockel bebaggern kann, sondern man möchte je nach dem wie zum Beispiel ein Schüttwagen gerade zum Kran steht, mit der Baggerschaufel weiter weg oder näher heran kommen. Dies gelingt nur, wenn der Kran anstelle des festeingestellten Kranauslegers einen motorisch beweglichen Ausleger erhält.

Die ursprünglich starre Feststellstange zwischen Krangehäuse und Kranausleger wurde entfernt und hierfür ein Motor ins Kranhaus eingebaut, der eine Nylonschnur aufwickelt und somit den Kranausleger in der Höhe verstellbar macht. Der Umbau funktioniert beim Spielen wunderbar, man muss allerdings darauf achten, dass irgendwann der Ausleger auf dem Krandach aufsetzt und die Schnur dann zu Ende ist. Es gibt keine automatische Abschaltung in der Endstellung, da muss man ein wenig aufpassen. Bei Herunterlassen des Auslegers wird nach Erreichen der unteren Endstellung der Nylonfaden wieder aufgewickelt, da die Schnur auf der Rolle der Motorachse angeklebt ist. So tief sollte man den Kran jedoch nicht senken, da sich dann die Wickelrichtung auf der Rolle ändert und so quasi die zugehörigen Tasten vertauscht sind. Außerdem sieht es schon seltsam aus, wenn der Ausleger tiefer als das Kranhaus geht.

Bei dem Elektronikversender Conrad habe ich einen kleinen Getriebemotor gefunden, der so klein war, dass er ins Kranhaus passte und gleichzeitig ein so stark untersetztes Getriebe hat, dass sich die Nylonschnur nur langsam aufwickelt, was einem entsprechend langsamen Heben und Senken des Auslegers entspricht. Das Bild ins Innere des Kranhauses zeigt, wie der Minimotor mittels zweier kleiner angepasster Bleche (eins oben, eins unten) und zweier Schrauben eingebaut wurde. Hierzu musste die Glühlampe, die bei eingeschaltetem Bagger bzw. Magnet parallel leuchtet, etwas versetzt werden. Mittels kleiner Drahtösen als Umlenkrolle aus Kupferdraht wird der Nylonfaden an der vorhandenen Mechanik vorbei durch das Krandach geführt und am Kranausleger angebunden.

Der Motor wird mit einer relativ geringen Gleichspannung betrieben, jedenfalls deutlich weniger, als die bei Märklin üblichen 16 V Wechselstrom. Zur Steuerung des Extramotors verwende ich eine Halbwellensteuerung und benötige so nur einen zusätzlichen Kontakt zwischen Sockel und dem beweglichen Krangehäuse. Die Kleinwechselspannung wird per Taster richtungsabhängig gleichgerichtet und mittels einer kleinen Schaltung soweit spannungsmäßig begrenzt, dass der Motor einwandfrei läuft. Glücklicherweise beinhaltet der originale Stellpult des Krans noch zwei freie Tasten, die hierfür verwendet werden können. Allerdings musste für die zweite Drehrichtung an diesem Pult eine zusätzliche Buchse eingebaut werden.

Nicht zu umgehen war es, einen weiteren Kontaktring für den Motor im Kranhaus um die Drehachse auf dem Kransockel anzubringen. Aus Messing wurde ein weiterer Kontaktring ausgeschnitten und isoliert um den vorhandenen Kontaktring angeklebt. Der Rückfluss des Stellstrom ist über die gemeinsame Masseverbindung. Unterhalb des Kranhauses wurde eine Öffnung eingesägt, eine Pertinaxlochplatte passend eingesetzt und mittels eines Messingstreifens ein Kontakt hergestellt. Bei entsprechender Justierung funktioniert alles einwandfrei.

Der Umbau liegt nun schon längere Zeit zurück, doch immer wieder erhalte ich Fragen dazu, wie ich es den Umbau gemacht hätte. Nun habe ich dies zusätzlich auf meine Seiten eingestellt. Viel Spaß beim Nachbau. Hoffentlich konnte ich so eine Anregung zum "erweiterten" Kranspiel geben.

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