Echtdampf auf der Gartenbahn
Sachstand: Juni 2007

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Schon seit langen besitze ich die Echtdampflok Frank S von LGB-Aster. Als diese seinerzeit auf der Nürnberger Spielwarenmesse vorgestellt worden war, wollte ich sie unbedingt haben und hatte die Lokomotive zu einem großen Geburtstag dann erhalten.

Wegen meiner steigungsreichen Gartenbahn (zur Erinnerung, früher hatte ich 5% Steigung) hatte ich es nicht gewagt, die Maschine dort in Betrieb zu nehmen. Zu Unsicher war ich mir, ob da nicht etwas passieren könne. So wurde die Echtdampflok lediglich ein paar mal auf extra verlegten Gleisen gefahren. Die letzte Fahrt lag mehr als 5 Jahre zurück, eher noch länger.

Als ich mich mit Karlheinz bei meiner letzten 5-Zoll-Fahrt über Eisenbahn unterhielt, kam irgendwie auch die Echtdampf Frank S ins Gespräch. Da stellte sich heraus, welche Spezialist Karlheinz hierfür ist und lud mich zum Echtdampftreffen in die Eberthalle in Ludwigshafen ein.

Nachdem die Lokomotive für eine bessere Fahrt den Umbausatz von der Firma Reppingen erhalten hatte aber bisher noch nicht damit gefahren war, sagte ich zu.

Im Lichthof der Eberthalle waren drei Fahranlagen aufgebaut, auf welchen reger Betrieb war. Mein erster Gedanke war, dass so viele Echtdampfer da waren, dass ich wohl kaum zum Fahren kommen würde. Ich schaute zunächst eine Weile zu bis Karlheinz vom Mittagessen zurück war. Er freute sich, mich zu sehen und fragte gleich, ob ich auch etwas zum Fahren dabei hätte. So forderte er mich sogleich auf, dann mal die Lokomotive vorzubereiten.

Dampföl, destilliertes Wasser und Gas wurden entsprechend aufgefüllt und nun dann kam der Moment, den Brenner anzuzünden. Nach kurzer Anheizzeit baute sich der Dampfdruck auf, die Strecke war frei und der Regler aufgedreht. Mit einigen Spritzern aus dem Schornstein fuhr meine Frank S dann los, einfach toll.

Einige Zeit später war am Schauglas erkennbar, dass nun Wasser nachgefüllt werden müsste. Also anhalten und mit der Sprühflaschenpumpe nachfüllen. Dabei musste ich schon etwas aufpassen, um mir nicht die Finger am heißen Dampfdom zu verbrennen, aber das gehört eben bei Echtdampf dazu. Dann ging die Fahrt weiter bis der Gastank leer war und somit der Brenner ausging. Da der Gastank nun sehr warm war, wollte ich nicht sofort wieder Gas nachfüllen, sondern die Lokomotive erst etwas abkühlen lassen. Inzwischen können dann andere die Strecke nutzen.

Am zweiten Fahrtag am Sonntag wurde der Fahrspaß durch zwei Probleme getrübt. Zunächst fing die Lok an zu ruckeln und blieb dann stehen. Offensichtlich klemmte etwas. Nach einer kurzen Überprüfung stellte ich fest, dass sich im Gestänge eine Schraube gelöst hatte. Prinzipiell ist eine fehlende Schraube gleich wieder befestigt. Bei einer heißen Lokomotive gilt es dann wesentlich vorsichtiger vorzugehen, wegen der schon erwähnten heißen Fingern eben.

Dann stand das Führerhaus der Frank S plötzlich in Flammen. Die waren zwar rasch ausgepustet, aber ein erneuter Zündungsversuch bewirkte wiederum, dass die Flammen über der Lok loderten. Eine genauere Untersuchung ergab, dass hinter dem Gasventil der Gasschlauch einen Riss hatte und hier Gas entwich, welches sich dann entzündet hatte..

Von einem anderen Teilnehmer des Echtdampftreffens erhielt ich ein neues Stück Gasschlauch und so zerlegte ich die abgekühlte Lokomotive, um den Defekt zu beheben. Als Tipp gab man mir mit, den Gasschlauch durch eine feste Rohrverbindung zu ersetzen, da durch den Reppingen-Umbau kein flexibler Gasschlauch mehr erforderlich ist.

Besonders interessant war nicht nur die sehr große Anzahl verschiedener Echtdampfloks, sondern auch Modelle, sich sich noch im Bauzustand befanden und richtig "ausprobiert" wurden. So ist die Malletlok derzeit nur mit einem Triebwerk ausgestattet, fährt aber bereits jetzt schon wunderbar und hat eine hohe Zugkraft.

Ein ganz spezieller Leckerbissen war ein Modell (ebenfalls noch nicht richtig fertig), welches nicht wie alle anderen mit Gas sondern mit richtiger Kohle beheizt wird. Hier sammelt sich dann tatsächlich das Fachwissen mehrerer Echtdampfer in einer Lokomotive. So wurde an der Bläserdüse optimiert und verschiedene Kohlenstücke ausprobiert. Es zeigte sich, dass die Heizkohle nicht zu klein sein darf, weil sie sonst die Sauerstoffzufuhr in der Verbrennung behindert und andererseits die Stücke nicht zu groß sein dürfen, weil die Kohle schlecht verbrennt.

Anschließend fuhr das Modell sehr gut auf dem Schienenoval. Während meist mit Antrazitkohle geheizt wird, wodurch kaum eine Rauchfahne erzeugt wird, wurde dann auf das sehr gut brennende Feuer einige Steinkohle aufgelegt. Sofort entstand eine sehr schön anzuschauende Rauchfahne und es roch so typisch nach Rauch von den großen Dampfloks. Sehr zur Freude aller Umstehenden. In geschlossenen Räumen wäre dies nicht möglich, aber Echtdampf wird im Freien gefahren.

Nachdem meine Frank S so wunderbar gefahren ist und ich wieder ein gewisses Gefühl für das Echtdampffahren bekommen habe, werde ich meine Echtdampflok demnächst auf meiner Gartenbahn einsetzen. Die Kollegen bestätigten mir, dass die Lokomotive sehr gut fährt und auf Steigungen keine Schwierigkeiten haben dürfte. Während der Fahrten in Ludwigshafen zog die Frank S ohne weiteres einen längeren Zug.

Karlheinz gab mir noch den Rat, bei der Funkfernsteuerung die Feder für die automatische Mittelstellung zu entfernen, damit der Steuerknopf wesentlich feinfühliger betätigt werden kann (schon erledigt).

Beim Aufräumen zuhause kam dann noch ein "Wehrmutstropfen" zum Echtdampfen auf. Die Räder aller Fahrzeuge sind durch das Wasser- und Öl-Gemisch auf den Geleisen "versifft" und müssen gründlich geputzt werden. Das Echtdampfen ist somit eine etwas schmutzige Angelegenheit. Besonders der Einsatz von echter Kohle macht dann richtig Dreck. Aber der Spaß ist doch weitaus größer, als den Putzlappen in die Hand nehmen zu müssen.

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